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Das Glück dieser Erde...

...liegt ja angeblich auf dem Rücken der Pferde. Aber heute liegt das Glück ganz woanders, nämlich auf dem Tisch von Journalisten, die von der Deutschen Post (!) den "Glücksatlas 2013" vorgelegt bekommen haben.

 

Glück zu haben ist eine reine Glückssache. Ist ja eine Binsenweisheit. Aber woran macht man Glück fest? Und können reine Indikatoren dafür sprechen, daß eine bestimmte Bevölkerungsgruppe glücklicher ist als eine andere? Wie berechnet man den „Glücks“-Anteil? Geht das anhand der Arbeitslosenzahl oder über die durchschnittliche Höhe der Steuerrückerstattung?

 

Die Deutsche Post hat sich wieder mal daran versucht und auch in diesem Jahr einen „Glücksatlas“ herausgegeben. Auch in diesem Jahr halte ich diese angebliche Studie für einen echten Werbegag, auch wenn sämtliche Medien versuchen, diesen Unsinn als seriöse Untersuchung transportieren.

 

Schon bei der Vorstellung des ersten „Glücksatlas“ hatte ich mich gefragt, was ausgerechnet die Deutsche Post damit zu tun haben könnte. Vielleicht, weil es Glückssache ist, einen Brief, der heute abgeschickt wurde, morgen beim Empfänger zu wissen? Oder weil man glücklich ist, daß der unterbezahlte Briefzusteller noch nicht unter der Last seiner Arbeit zusammengebrochen ist? Man weiß es nicht so genau.

 

Jedenfalls habe ich heute gelernt, daß die Menschen in Schleswig-Holstein am glücklichsten sind. Warum? Keine Ahnung. Es ist ein Sammelsurium unterschiedlicher Werte, zum Beispiel die Zufriedenheit mit dem Einkommen, der Gesundheit, der Wohnsituation oder dem Familienleben. Aber was sagt das über das „Glücklichsein“ aus? Glücklichsein und Zufriedensein ist dann doch ein himmelweiter Unterschied. Und ein einfaches Addieren oder Aufrechnen des einen mit dem anderen ist ganz sicher ohne Weiteres nicht möglich, auch wenn uns das das Allensbach-Institut weismachen will.

 

Ganz wichtig in dieser Studie war im Übrigen die Information, daß die Bevölkerung mit Migrationshintergrund nur 0,04 Punkte weniger glücklich ist als die urdeutschen Einwohner. Na bitte sehr, so schlimm scheint es mit der Integration nicht zu sein. Jedenfalls wenn man Allensbach glauben darf.

 

Das schönste Zitat kam übrigens von Professor (!) Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, der sich tatsächlich zu der Äußerung hinreißen ließ, „Deutschland befindet sich auf einem Zufriedenheitsplateau“. Na, da wissen wir ja jetzt bescheid. Das erklärt letztendlich auch, warum die CDU unter Kanzlerin Merkel einen so großen Erfolg bei der Bundestagswahl erzielt hat. Und was fällt uns da noch zum Thema Glück ein? „Glücklich ist, wer vergißt“ heißt es so schön in einem Gesangsstück. Vergessen also alle kritischen Töne an der Bundespolitik, Glück auf! Aber das war ja eher was für Franz Müntefering, der bekanntlich nicht zur CDU gehört.

 

Glücklich sein dürfte in jedem Fall die Deutsche Post. Ihr Name wird heute (und morgen ganz bestimmt auch in den Zeitungen) zigfach im Zusammenhang mit „Glück“ genannt. Das bleibt beim Kunden bestimmt hängen.

 

 

5.11.13 11:48


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Die Zumutungen des Fitneß-Studios...

Meine Güte, war das heute anstrengend. Mein Programm im Fitneß-Studio dauert normalerweise zwischen 70 und 90 Minuten, je nachdem, wie leer oder wie voll es dort auf den zwei Etagen ist. 

Heute allerdings dauerte der Workout gefühlte Tage... Man kann sich nämlich das Rahmenprogramm nicht immer aussuchen. Am Anfang meines Fitneßprogramms stehen zehn Minuten Laufband. Über den Laufbändern sind Monitore mit aktuellem Fernsehprogramm angebracht, auf jedem Monitor ein anderer Sender. An diesem Tag lief zu Beginn meines Trainings auf dem Laufband unter dem Monitor mit dem ZDF-Programm eine wunderbare alte Klamotte mit Heinz Ehrhardt. Ohne Kopfhörer hab ich nur die Bilder genossen und innerlich immer mal gelacht wegen der sichtbaren Situationskomik. 

Nach zehn Minuten Laufband – ab zu den Geräten. Alles durchgemacht ohne große Wartezeit. Anschließend wieder hoch, 30 Minuten Laufen. Und da wartete das Grauen auf mich. Ich merkte erst gar nicht so genau, was da über meinem Kopf flimmerte. Irgendwann dann kamen mir die Bilder recht merkwürdig vor. Ein prüder Heinz Ehrhardt-Film aus den 1960er-Jahren konnte es jedenfalls nicht mehr sein, denn auf einmal wurde in Großaufnahme geknutscht und gefummelt, was das Zeug hielt. Verschämter Kameraschwenk weg vom knutschenden Pärchen hin auf eine große meterhohe Glastür mit Blick auf eine große Rasenfläche, die an eine Meerenge angrenzt – da wußte ich es! Hilfe, im ZDF lief eine Wiederholung irgendeiner Rosamunde Pilcher-Verfilmung. Und ich lief untendrunter auf der Stelle wie ein Hamster in seinem Rad und konnte praktisch nicht entkommen, weil ich nicht einfach aufhören, sondern meine 30 Minuten durchziehen wollte.... Das Unglück nahm, im wahrsten Sinne des Wortes, seinen Lauf.

Man kann einfach seinen Blick nicht von diesen Monitoren nehmen, wenn sich dauernd irgendetwas dort bewegt. Und in diesen 30 Minuten hab ich irgendwie verstanden, wie die Rosamunde Pilcher-Verfilmungen vom Drehbuch her konzipiert werden. Mindestens alle fünf Minuten muß offenbar geknutscht, gefummelt, wahlweise auch gevögelt werden (aber nur sichtbar ab Bauchnabel aufwärts). Bei Badeszenen wird am Strand natürlich nur textilfrei ins Wasser gesprungen oder aus dem Wasser gegangen, merkwürdigerweise gilt das nur für die hübschen Damen, der Schloßherr trägt leichten Stoff, reißt aber die halbnackte Damen (deren Titten man mehrfach in Großaufnahme gesehen hat) an sich, knutscht herum und die Kamera schwenkt wieder verschämt weg, diesmal auf das große weite Meer.


Natürlich muß auf einem Schloß auch herrschaftlich getafelt oder auch nur Pause gemacht werden. Beispiel gefällig? Herr Graf sitzen zur besten Teezeit auf seiner windgeschützten Terrasse, vor sich natürlich das kleine weiße Porzellantäßchen mit Silberlöffelchen, ein Milchkännchen aus Porzellan und die Nachmittagszeitung (zusammengefaltet). Und um das Klischee zu vervollständigen, dazu auf dem Tisch eine wunderbare Kristallkaraffe mit bestem Whiskey und ein entsprechendes Kristallglas mit bereits eingeschenktem braunen Gesöff. Uuuuh und Prost.

Die älteren Damen in der ZDF-Verfilmung tun nicht besonders viel. Sie fahren wahlweise mit dem silbernen Cabriot vom Schloßhof ins Dorf, um dort im Tante-Emma-Laden ein Schwätzchen zu halten. Oder sie schwätzen im Schloß mit ihren besten Freundinnen, um den neuesten Klatsch und Tratsch gleich per Telefon (ein wundervolles altes Modell aus schwarzem Bakelit!) an den Liebhaber weiterzugeben (der auch ein wundervolles altes Modell aus Bakelit hat, allerdings in weiß!).

Gerade, als es besonders spannend wurde (alle Protagonisten waren, bekleidet und mit einem Glas Champagner in der Hand, im Schloß versammelt), piepte mein Laufband, 30 Minuten waren um. Gott sei Dank! Wenigstens lief nicht auch noch der Ton zum Bild, sonst wäre ich der Länge nach vom Band aus hingeschlagen.

In der Hausordnung meines Fitneß-Studios steht übrigens, daß das Verstellen von elektrischen Geräten strengstens untersagt ist. Dazu gehört unter anderem auch, die TV-Programme auf den Monitoren zu wechseln oder den Monitor gleich ganz auszuschalten.

Sport zu treiben ist eben doch manchmal echt eine Zumutung!
4.11.13 10:21


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